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Oktober 2005

Schwarzbuch EBM 2000plus | Kostenloses Testangebot von TERMINLAND | Plausibilitätsprüfungen | Neue Mitglieder | 9. November 2005: Nationaler Protesttag | Sechserpack für Ulla Schmidt

Schwarzbuch EBM 2000plus!

Es grenzt schon an Clownerie, was von der KBV-Bürokratie uns nahezu täglich geboten wird: Da prügeln wir uns auf der einen Seite von morgens bis abends mit fünfstelligen Gebührennummern rum, mit Vorschriften, die kaum einer versteht, schreiben laufend irgendwelche Arztbriefe, die niemand lesen will, fertigen Hunderte von Kopien an, die sofort im Hausärztemüll verschwinden, kassieren und verbuchen - abgesehen davon - unentgeldlich von vielen Patienten für die Krankenkassen 10 Euros und machen darüber hinaus noch eine Menge anderes dummes Zeug - für unsere Patienten bleibt wirklich kaum noch Zeit! -, und auf der anderen Seite wird die KBV nicht müde, sich, ihre Arbeit und ihre Segnungen, die sie gnadenvoll den Niedergelassenen zukommen läßt, lobzuhudeln.

Mitte Oktober wird es jeder schriftlich haben; dann nämlich liegt die Abrechnung des ersten EBM 2000plus-Quartals vor. Besonders spannend dürfte unterm Strich die Antwort auf die Frage ausfallen, ob die Talfahrt der Auszahlungsquoten von 96,67% (I/2000) auf 81,66% (I/2005) fortgesetzt wurde, und wie lange noch die Praxis wirtschaftlich wird arbeiten können.

GenoGyn Rheinland hat inzwischen ein "Schwarzbuch EBM 2000plus" zusammengestellt. Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen dazu auf, uns ähnliche, weitere oder ganz andere Erfahrungen aus der täglichen Praxis zu "posten” (Internet-Kontaktformular). Es soll ja schließlich ein richtig schickes Büchlein werden.

Schwarzbuch EBM 2000plus

Außerdem hat GenoGyn Rheinland am 19.9.2005 den KBV-Vorsitzenden und ehemaligen EBM-Primärverantwortlichen Dr. Andreas Köhler zu einer öffentlichen Diskussion nach Köln eingeladen. Sollte er kommen, dann würden wir - zusammen mit Ihnen - mit ihm gerne einige Punkte aus dem Büchlein besprechen und uns von ihm einige Fragen beantworten lassen.


Kostenloses Testangebot von Terminland!

TERMINLAND bietet den GenoGyn-Mitgliedern ab sofort eine kostenlose und unverbindliche Testmöglichkeit über einen Zeitraum von 6 Monaten an. Kommt es anschließend zu einem Vertragsabschluß, reduziert sich für GenoGyn-Mitglieder die monatliche Nutzungsgebühr wie bisher um 20%.

TERMINLAND


Plausibilitätsprüfungen!

Bekanntlich werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Plausibilitätsprüfungen nicht nur bei Auffälligkeiten in der Abrechnung durchgeführt sondern regelmäßig auch auf der Grundlage von Stichproben; außerdem, seit dem 1.4.2005, in Hinblick auf die Leistungsplausibilitätszeiten. Erhält man dann ein diesbezügliches Schreiben von der KV, so ist in der Regel erst einmal Panik die vorherrschende Grundstimmung.

Aber Ruhe bewahren: Frau Dr. Caroline Hoppe, im Vorstand der GenoGyn Rheinland für Plausibilitätsprüfungen zuständig, hat inzwischen einige Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen gesammelt, wird auch noch weitere sammeln und gibt diese an Interessierte gerne weiter. Das kann fürs erste schon helfen. Was Frau Dr. Hoppe natürlich nicht machen kann, das ist eine Rechtsberatung. Wenn diese vonnöten ist, dann vermittelt sie aber einen geeigneten Juristen.

Telefon: 02204 / 68 426 - E-Mail: CarolineHoppe@yahoo.de


Neue Mitglieder!

Als neue GenoGyn Rheinland-Mitglieder begrüßen wir:


9. November 2005: Nationaler Protesttag!

Der Vorstand der Freien Ärzteschaft e.V. ruft die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und deren Helferinnen zum Nationalen Protest am 9. November 2005 auf. An diesem Tag sollen die Praxen geschlossen bleiben. Am Vormittag wird eine Zentrale Kundgebung in Köln stattfinden - dezentrale Aktionen zeitgleich in entfernteren Regionen.

Die Freie Ärzteschaft weist zu Recht darauf hin, daß die Rahmenbedingungen für ärztliches Handeln in der Kassenmedizin unerträglich geworden sind, und fordert von den Verantwortlichen die Sicherung der ambulanten Medizin in Deutschland, eine angemessene Vergütung ärztlicher Leistungen und mehr Transparenz durch eine praktikable und ungehinderte Kostenerstattung. Außerdem lehnt sie die Einführung der Gesundheitskarte zu Lasten der Ärzteschaft ab.

Der Aufruf im Wortlaut:

Nationaler Protest am 9.11.2005 (PDF, 44 KB)


Sechserpack für Ulla Schmidt!

Ulla Schmidt (SPD), noch Bundesgesundheitsministerin, war damals richtig böse auf BILD. Tagelang hatte diese "Zeitung" heftig gegen die 10 EUR Kassengebühr polemisiert und damit einen Eckpfeiler ihres feinen GMG ernsthaft ins Wanken gebracht. Doch dann ging Alsdorf-Ulla zum Entlastungsangriff über, trat vor die Fernsehkameras und sprach sinngemäß: "Ja, die Anwenderinnen der Antibabypillen können ab sofort Sechserpackungsrezepte erhalten. Dann brauchen diese Frauen nur zweimal statt viermal im Jahr die Kassengebühr bezahlen." Die Millionen von OVH-Anwenderinnen inclusive BILD-"Zeitung" nickten zufrieden - und Ulla hatte sich wieder etwas Luft verschafft.

Anschließend freuten sich auch die Apotheken (der Gewinn bei einer Sechserpackung ist ja bekanntlich höher als bei zwei Dreierpackungen, oder?), dann die Pharmaunternehmen (gleiche Begründung?) und schließlich viele Ärzte, jedenfalls die, die lieber zwei "sichere" statt vier "unsichere" Behandlungsfälle pro Jahr haben wollten. Für sie alle war die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) von Amts wegen plötzlich die "Oberverordnungsvorschreiberin" von Antibabypillen schlechthin.

Und jetzt, oh weh, bewertet die WHO auch die Ovulationshemmer (ebenso wie die HRT-Präparate) als "karzinogen"! - Selbst wenn die Einstufung nur bedingt klinisch relevant sei, so sollte folglich bei der OVH-Verordnung die Nutzen-Risiko-Abwägung ähnlich der HRT erfolgen, also alle drei Monate. Und genau das hat GenoGyn Rheinland schon damals gefordert und die Frauenärztinnen und Frauenärzte dazu aufgerufen, in Solidarität die Ulla-Schmidt-Sechserpackung-Anweisung abzulehnen.

"Chance nur mit Solidarität!" - Chance mal wieder weitgehend vertan.

Chance nur mit Solidarität


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