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April 2006

Hartmannbund: "DMP-Ausstieg jetzt!" | Plausibilitätsprüfungen gestoppt? | Neue Mitglieder | Angebot an die QZ-Moderatoren | Generalversammlung 2006 | Zusatztermine für HPV-Seminare

Hartmannbund: "DMP-Ausstieg jetzt!"

Bundesweit ruft der Hartmannbund zum Ausstieg aus den Disease-Management-Programmen (DMP) auf. Laut Hartmannbund sind die DMPs für die Kassen "Profit-Center". Jeder DMP-Vertrag bringe überproportionale Einnahmen aus dem Risikostrukturausgleich, die nur zu einem winzigen Teil an den willigen "Vollstrecker in Weiß" weitergegeben werden müßten. Voll weitergegeben werde nur der immense bürokratische Aufwand. Eine erkennbare Verbesserung der medizinischen Versorgung der Patienten gäbe es ohnehin nicht. "Die DMPs sind also wenig mehr als Goldesel für die Kassen!", erklärte Frau Angelika Haus, Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Nordrhein.

Der Vorstand der GenoGyn Rheinland ist über diese Einschätzung keineswegs erstaunt - lediglich der Zeitpunkt irritiert:

Bereits im Februar 2003 und März 2003 hatte der Vorstand auf die strukturellen Schwachstellen des DMP Mammakarzinoms hingewiesen, dabei konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht und als Konsequenz aus deren Ablehnung alle Frauenärztinnen und Frauenärzte zu einem Boykott des Programms aufgerufen - solange, bis die notwendige Änderungen vorgenommen sind. Für die Patientinnen wurde ein entsprechendes Informationsblatt zusammengestellt.

Nachdem jedoch in den Gynäkologischen Nachrichten (Ausgabe 03/2003) der KVNo-Vorsitzende Dr. L. Hansen den Boykottaufruf der GenoGyn Rheinland unter anderem mit den Worten "Das Ganze ist eine bodenlose Sauerei und populistischer Schwachsinn." denunziert hatte, traten trotz des Boykottaufrufes leider etwa 900 Gynäkologen dem Programm bei - und hatten erwartungsgemäß in der Folgezeit ihre helle Freude daran.

Scharfe Kritik an dem DMP gab es dagegen von Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. J.-D. Hoppe, der später einmal festellte, und womit er der GenoGyn Rheinland nachträglich Recht gab, mit dem DMP Mammakarzinom habe sich die Versorgung eindeutig verschlechtert.

Doch heute ist nicht 2003, und heute ist die ärztliche Leidensgrenze eine andere als damals. Heute wird protestiert, gestreikt und boykottiert. Auf der Straße. Die DMPs allerdings sind geblieben. Und plötzlich sieht - mit einer flotten Kehrtwendung auf die Welle des Protestes eingeschwenkt - auch der KVNo-Vorsitzende Dr. L. Hansen den Sachverhalt anders. Heute weiß Hansen in KVNo aktuell 3/2006 zu berichten: "Wer hat denn die Chronikerprogramme mit ellenlangen Rechtsvorschriften befrachtet? Wer verlangt denn die Beantwortung unsinnigster Fragen in der Dokumentation? Etwa die KV? Nein, es ist eine Rechtsverordnung aus dem Hause Schmidt." - Aha, schuld war damals allein die Politik.

Aber warum eigentlich ist Hansen das nicht schon damals eingefallen? Wann und wo hat er damals protestiert, gestreikt oder boykottiert? Muß man Politiker, Populist oder einfach nur Wendehals sein, um seine Meinung so grundlegend zu ändern? Eine wahrhaft atemberaubende Entwicklung.

Natürlich wird bei jedem einzelnen DMP-Ausstieg die Politik jaulen und werden die Krankenkassen weinen. Aber jeder DMP-Gynäkologe, der jetzt (endlich!) über ein erhebliches physisches oder psychisches DMP-Unwohlsein klagt, der sollte so rasch wie möglich den Aufruf des Hartmannbundes mit seinen rechtlichen und wirtschaftlichen Begleitfragen im vollen Text nachlesen und anschließend seinen längst überfälligen DMP-Ausstieg an die E-Mail-Adresse DMP-Ausstieg@hartmannbund.de melden - nicht nur für sich sondern vor allem aus Verantwortung für seine Patientinnen.


Plausibilitätsprüfungen gestoppt?

Seit etwa einem Jahr werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein auffallend viele Plausibilitätsprüfungen bei Frauenärztinnen und Frauenärzten vorgenommen, wobei sowohl die Anzahl als auch die Gestaltung des Prüfungsablaufes nicht immer nachvollziehbar sind. Im Wesentlichen geht es um die Leistung nach Nr. 102 (EBM alt), bei der eine nicht korrekte Einhaltung der Richtlinien beanstandet wird.

Dem Plausibilitätsausschuß der GenoGyn Rheinland liegen Berichte vor, daß offenbar willkürlich mal 16 Quartale oder mal vier Quartale berechnet wurden. Auch die "Anerkennungsquoten" waren teilweise abenteuerlich. Immer jedoch kam am Ende eine "Vergleichssumme" zwischen 8.000 bis 12.000 Euro heraus. Niemals wurde berichtet, daß die KV aus einer Fürsorgepflicht für ihre Mitglieder heraus frühzeitig einen Warnhinweis gegeben hätte.

Der Vorstand der GenoGyn Rheinland hat in einem Schreiben an den KV-Vorstand diese Zustände jetzt bemängelt und um Aufklärung gebeten. Desweiteren wird darauf hingewiesen, daß bei der Summe der angeführten Problematiken es nicht verwunderlich sei, wenn Berufsverdrossenheit und Aggressionen gegenüber den gewählten KV-Funktionären zunähmen.

Nach wie vor bittet GenoGyn Rheinland um Meldung von Plausibilitätsprüfungsfällen an die Geschäftsstelle:

Telefon: 0221 / 94 05 05 390 - E-Mail: Geschäftsstelle@genogyn-rheinland.de

Das Vorstandsmitglied Frau Dr. Caroline Hoppe wird sich dann umgehend mit der/dem Betroffenen in Verbindung setzen.


Neue Mitglieder!


Angebot an die QZ-Moderatoren!

Wenn bei QZ-Moderatoren der Wunsch nach Supervision besteht, dann vermittelt Frau Dr. Dorit Indefrei, im Vorstand der GenoGyn Rheinland für die Qualitätszirkel zuständig, gerne entsprechende Ansprechpartner.

Telefon: 02222 / 50 69 - E-Mail: Dr.Indefrei@web.de


Generalversammlung 2006!

Auf der diesjährigen Ordentlichen Generalversammlung der GenoGyn Rheinland am 22.3.2006 konnte vom Vorstand auch für das Geschäftsjahr 2005 ein zufriedenstellendes Ergebnis vorgelegt werden. Das Eigenkapital betrug am Ende des Geschäftsjahres 267.924,-- Euro.

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte einstimmig.


Zusatztermine für HPV-Seminare!

Das Arzthelferinnenseminar "Chancen moderner Vorsorge mit HPV" hat so großen Anklang gefunden, daß alle Plätze in kurzer Zeit bereits ausgebucht waren. Deshalb bietet GenoGyn Rheinland in Zusammenarbeit mit der Firma Digene GmbH drei zusätzliche Termine an, zwei in Trier und einen in Neuss.

HPV-Seminare für Arzthelferinnen


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