Gesundheitsreform ... und wie geht es weiter? | Weiter Sehen! - Das Hilfsprojekt in Afrika! | Neuer Bürokraten-Bullshit ab dem 1.1.2007! | GynEBM, GynGOÄ und GynLIFE 2007! | Von der "Geldgier" der Ärzte! | Für Gartenfreunde!
Resignation und Frust soweit das Auge reicht - oben, unten, rechts, links - eigentlich überall und bei jedem. Wirklich, das, was die Große Koalition sich mit der Gesundheitsreform leistet, ist für die Menschen im Land kaum erträglich. Substantielle Gegenvorschläge werden abgeblockt, spektakuläre Proteste ignoriert und anders denkende Menschen diffamiert. Politik zum Überdruß!
Dennoch, auch für uns Niedergelassene muß das Leben weitergehen. Aber welche Optionen bleiben uns noch nach der Reform, was ist sinnvollerweise noch machbar? Der radikalste Schritt sicherlich wäre der Systemausstieg mittels Rückgabe der Kassenzulassung. An der Basis inzwischen schon oft diskutiert ist diese Option allerdings nur in der regionalen Fläche aussichtsreich und nur mittels "Korbmodell" durchführbar. Jedoch, was tun dabei mit den Ängstlichen, mit den Zauderern, mit den Gleichgültigen? Wie bringt man eine Mehrheit von über 70% zustande?
Eine andere Möglichkeit, die vielleicht nicht ganz so radikal aber ähnlich effektiv wäre, könnte der geplante § 73c SGB V sein. Nach diesem Paragraphen haben die Kassen die Option, eine "besondere ärztliche ambulante Versorgung" per Direktverträge anzubieten. Praktisch jede ambulante Leistung kann unter dieser Vorschrift erfaßt und aus der Regelversorgung herausgelöst werden. Vertragspartner kann hier die KV sein - muß es aber nicht.
Für normale Menschen, und das sind wir Niedergelassene ja manchmal auch, hört sich das gar nicht mal so schlecht an. Aber wie andererseits reagierte die KBV-Bürokraten-Clique, "unsere" Standesvertretung, darauf? Allein die Ankündigung, daß Direktverträge in Zukunft auch ohne KV-Beteiligung möglich sein könnten, löste bei ihr fast schon Endzeitstimmung aus. Klar, denn etliche ihrer Arbeitsplätze gingen dann flöten. Also wird seitdem die schier unendliche Wichtigkeit der KVen noch lauter beschrien, gegen Andersdenkende noch heftiger polemisiert und bei den Niedergelassenen deren Existenzängste noch intensiver geschürt. Es ist fast schon zum Lachen - Apokalypse im Bürokraten-Kosmos. Besonders lustig gebärdete sich KBV-Chef Köhler selbst: Er, der - wahrhaft ein veritabler Wendehals - noch vor nicht ganz einem Jahr von jeglichen Protesten gegen die Gesundheitsreform dringend abriet, der dann, als vorübergehend die Kostenerstattungslösung in Sichtweite zu liegen schien, sich flugs als Rechnungseinsammler anbiederte, genau dieser Köhler tut jetzt so, als hätte er die Protestbewegung quasi erfunden und gibt sich als großer Niedergelassenenfreund. Als solcher kündigt er nicht nur großspurig an, das Gesetz nicht umsetzen zu wollen ("... ich will mir daran die Hände nicht schmutzig machen."), sondern außerdem fordert er - das hören die Niedergelassenen (seine Arbeitgeber) immer wieder gerne - ein Ende der Budgetierung und, natürlich völlig selbstlos: die Mitbeteiligung der KVen an Direktverträgen. Was ja nichts anderes heißt als: Wenn schon Direktverträge, dann aber mit den KVen. Dann wären solche Verträge halt doch nicht so schlimm. Aha, wieder Wendehals.
Aber Funktionäre hin - Funktionäre her, bei nüchterner Betrachtung der ganzen Misere sollte man aus Niedergelassenensicht die § 73c SGB V - Option als Lösungsmöglichkeit wenigstens in Erwägung ziehen. Mit folgender Überlegung: Was wäre, wenn, selbstverständlich bei entsprechenden Qualitätsvorgaben, GenoGyn Rheinland für ihre 548 Mitglieder den Kassen einen Versorgungsvertrag beispielsweise über eine Früherkennungsuntersuchung incl. vaginalem Ultraschall zu einem Festpreis von beispielsweise XX - nicht Punkten - sondern Euro anböte? Mit der Variante vielleicht, daß Mitglieder von GenoGyn-Qualitätszirkeln sogar plus XX Euro erhielten? Wäre doch nicht schlecht, oder? Im Vorstand der GenoGyn rauchen derzeit die Köpfe. Denn so könnte es vielleicht doch noch halbwegs vernünftig weitergehen. Dann allerdings ohne Köhler und ohne seine Seilschaften.
Inzwischen ist eine weitere Lieferung von Sachspenden in der gynäkolog.-geburtshilflichen Abteilung des St. Anthony's Hospital in Dzodze (Volta-Region in Ghana) angekommen. Zu der Lieferung gehörten ein Untersuchungsstuhl, zwei Ultraschallgeräte und wieder zahlreiche Hegar-Stifte, Küretten und Specula.
Mit Hilfe von Geldspenden der GenoGyn Rheinland konnte inzwischen auch Dr. med. Dwamena William für die Zeit von zwei Jahren an dem Krankenhaus eine feste Anstellung erhalten. Dr. William ist, wie in Ghana üblich, ein Allrounder, der aber über eine große Erfahrung auf dem Gebiet der gynäkologischen und geburtshilflichen Chirurgie verfügt.
Besonders danken möchte GenoGyn Rheinland dem Einkaufspartner Firma COCO-Bodenbelags GmbH und dem Vorstandsmitglied Dr. med. W. D. Fiessler, die jeweils EUR 150,00 gespendet haben.
Weiter Sehen!
africa action / Deutschland e.V.
Die Bürokraten-"Frösche" der KBV, die die Leistungsabrechnung der Niedergelassenen eigentlich "einfacher, gerechter und transparenter" machen, quasi ihren eigenen Sumpf sanieren sollen (was sie aus verständlichen Gründen aber niemals wirklich tun), haben wieder einmal in höchst grotesker Weise zugeschlagen:
Ab dem 1.1.2007 gilt eine Berichtspflicht an den Hausarzt nach der Nr. 01600 (GG-Nr. 15) oder 01601 (GG-Nr. 16) bei der psychosomatischen Grundversorgung sowohl nach Nr. 35100 (GG-Nr. 81) (Klärung) wie nach Nr. 35110 (GG-Nr. 82) (Intervention). Bei einer Berichterstattung an einen anderen Facharzt muß an den Hausarzt eine Berichtskopie nach Nr. 01602 (GG-Nr. 17) geschickt werden.
Also: Anorgasmie, Partnerkonflikte, Libidoabnahme, psychosexuelle Konflikte u.s.w., u.s.w. - ab dem 1.1. alles schön aufschreiben und dem Hausarzt mitteilen. Der wird sich freuen - und die Patientin dazu. Und weil beide sich so freuen werden, wollen auch wir uns ein wenig vorfreuen. Deshalb ein Beispiel: Sie erhalten von einer Patientin eine von einem Augenarzt ausgestellte Überweisung, was ja nichts anderes besagt als "10 Euro Kassen-Gebühr bezahlt!", und die Patientin bittet Sie um die Psychoklärung ihrer intimsten Schwierigkeiten. Das tun sie und rechnen anschließend die Leistung ab - soweit ok. Aber jetzt (Bürokratie Teil 1): Anschließend Bericht an den Augenarzt, der der Patientin bei ihrem nächsten Besuch womöglich noch tiefer als sonst in die Augen schauen wird, und dann noch eine Kopie des Berichtes an den Hausarzt, der schließlich wissen muß, was Sie und der Augenarzt mit der Patientin so treiben. Abrechnung: zwei Zahlen mit zusammen 10 Ziffern plus Hausarztangabe in Klammern. Bürokratie Teil 2 - auch hier auf dümmster Ebene.
Oder man wählt der Einfachheit halber gleich die "Totschlag"-Nr. 99970. Das allerdings sind dann auch wieder zusätzliche fünf Ziffern einer Zahl pro Patientin - zusätzliche unsinnige Arbeit so oder so, und das für weniger als nix - für Bürokraten-Bullshit.
Selbstverständlich bietet GenoGyn Rheinland - wie schon seit Jahren - auch zu Beginn des neuen Jahres 2007 für alle Neuniedergelassenen, Niederlassungswilligen und für die ärztlichen Praxisassistentinnen und -assistenten Einführungsseminare an.
Das Einführungsseminar GynEBM findet statt am Mittwoch, dem 7.2.2007, und das Einführungsseminar GynGOÄ am Mittwoch, dem 7.3.2007. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle der GenoGyn Rheinland (Frau Müller - Telefon: 0221 / 94 05 05 390) entgegen.
Die Termine für das erfolgreiche, von GenoGyn und der Firma SCHERING entwickelte Selbstzahlerleistungsprogramm GynLIFE stehen noch nicht fest. Interessenten können sich aber schon jetzt für den Workshop 1 (Wunschleistungen), für den Workshop 2 (Wohlfühlorganisation) und für das Helferinnenseminar bei Frau Müller vormerken lassen.
GynEBM am 28.2.2007
GynGOÄ am 7.3.2007
Die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik sind zwischen 1991 und 2005 um knapp ein Drittel gestiegen. Preistreiber war laut Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) leichtes Heizöl - der Preis verdoppelte sich nahezu. Bildungsdienstleistungen und Gesundheitsleistungen verteuerten sich um über 80%.
Und das Einkommen der niedergelassenen Ärzte? - Stieg wahrscheinlich genauso und soll, so fordern es deren Standesvertreter (U. Schmidt: "Funktionärsgerede"), sogar noch weiter steigen. Nicht zu Unrecht wirft die Bundesgesundheitsministerin deshalb den Ärzten pure "Geldgier" vor. Schlimmer noch: Um ihre "eigenen Interessen" durchzusetzen, nehmen die Ärzte die Versicherten "in Geiselhaft".
Nein, auf dieser Basis macht der Arztberuf wirklich keinen Spaß mehr, zumal wenn man jetzt auch noch lesen darf, daß die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2005 bei 8,15 Milliarden Euro lagen, was innerhalb von 13 Jahren seit 1992 einem Zuwachs von rund 50% entspricht.
Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein und alt und schwach. Sein Sohn studiert in Paris. Deshalb schreibt er eine E-Mail an seinen Sohn:
Lieber Ahmed,
ich bin sehr traurig, weil ich in meinem Garten keine Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärst, könntest du mir helfen und den Garten umgraben.
Ich liebe dich.
Dein Vater
Prompt erhält der alte Mann eine E-Mail:
Lieber Vater,
bitte rühre auf keinen Fall irgend etwas im Garten an. Dort habe ich nämlich "die Sache" versteckt.
Ich liebe dich auch.
Ahmed
Keine sechs Stunden später umstellen die US Army, die Marines, das FBI und die CIA das Haus des alten Mannes. Sie nehmen den Garten Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden aber nichts. Enttäuscht ziehen sie wieder ab.
Am selben Tag erhält der alte Mann noch eine E-Mail von seinem Sohn:
Lieber Vater,
sicherlich ist jetzt der Garten komplett umgegraben und du kannst die Kartoffeln pflanzen. Mehr konnte ich aus der Entfernung leider nicht für dich tun.
Ich liebe dich.
Ahmed
Denken Sie immer daran:
GenoGyn Rheinland blickt in die Zukunft und ist die
Partnerschaft der Erfolgreichen!