Das Jahr fängt ja schon gut an ... | KVNo nervt mit Sicherheitsfimmel! | 24.-28. März 2008: Nationale Protestwoche! | Netter Trick von der Firma ALBIS! | BVF bietet endlich Reise nach Peking an! | Warnung: "GenoMed" ist nicht GenoGyn!
... vor gut 2 1/2 Jahren erhielten wir etwas, was schon damals eigentlich keiner, jedenfalls nicht in dieser Form, haben wollte, nämlich einen "EBM 2000plus" als ein 1.068 Seiten starkes (vorher: 373 Seiten!) monströses Bürokratenungetüm. Die KBV als Haupttäterin bemühte sich zu beschwichtigen und versprach: "Einfacher, gerechter, transparenter!", was, wie jeder sofort merken konnte, natürlich hanebüchener Quatsch war. Jetzt, mit dem 1. Januar, wurde uns wieder ein neuer EBM auf's Auge gedrückt. Den wollte natürlich so auch keiner haben. Aber auch diesmal verheißt die KBV geradezu außerirdisches Glück und titelte scheinheilig: "Ein Meilenstein für die Zukunft!" - Allen Ernstes, Ihr KBV-Bürokraten, Gott segne Eure gewiß einträgliche Dauerbeschäftigung - aber auch uns, die willfährigen Trottel, die diesen Unsinn offenbar immer gerne mitmachen!
... obwohl sich tatsächlich nur ein paar Dinge änderten, die locker auf zwei, maximal drei Seiten gepaßt hätten, wurde selbstverständlich der EBM komplett und in Gänze neu gedruckt (Bürokratendeutsch: "Dienstauflage"!) - sage und schreibe 1.339 Seiten! Die Blätter wurden dann in zwei Bücher gebunden und inzwischen an alle Niedergelassenen verschickt - an genau 136.111 (Stand: 2006) Leute. Summa summarum wurden also über 18 Millionen Blätter neu gedruckt und gebunden. Das kostete. Und dazu kam natürlich noch die Knete für den Versand der Bücher: mindestens EUR 342.000,00 - auch nicht schlecht.
... nebenbei: Der Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichte inzwischen die 12. Anzeige der AOK Rheinland/Hamburg ("Pluspunkt Nr. 12"). Bisher für Werbezwecke ("Wettbewerb"!) mißbrauchte Versichertengelder: EUR 195.357,60 , was heißen will: Das Geld anderer Leute auszugeben verstehen auch noch andere Gesundheitsbürokraten.
... unter Mitwirkung des Berufsverbandes der Frauenärzte BVF - "Der EBM ist auch das Produkt monatelanger Interventionen und Zuarbeit, und kaum einer kann ermessen, wie viel Zeit wir geopfert (!) haben ..." (Zitat des Präsidenten) - ist die Abrechnung der GOP 19331 (GG-Nr. 111) für Frauenärzte praktisch nicht mehr möglich. Wer als Frauenarzt die Funktionszytologie trotzdem weitermachen will, braucht dafür jetzt eine Genehmigung (s. Zytologie-Vereinbarung).
... auf Antrag der GenoGyn Rheinland fällt im neuen EBM allerdings auch etwas sehr schönes weg: die Berichtspflicht an den Hausarzt bei der psychosomatischen Grundversorgung sowohl nach GOP 35100 (GG-Nr. 81) (Klärung) wie nach GOP 35110 (GG-Nr. 82) (Intervention). Also nix mehr, Ihr Hausärzte, mit Libido-, Anorgasmie- oder Sexualberichten!
... aber dummerweise auch das noch: "Indische Ärzte büffeln Dänisch" (Kölner Stadt-Anzeiger am 12.12.2007), was hier wiederum heißen soll: Für deutsche Ärzte dürfte wohl auch dieser Zufluchtsort irgendwann leider dicht sein.
Jedes Bankinstitut und jedes Kreditkartenunternehmen verschickt TAN's, PIN's und Kreditkarten mit der Post - ganz normal für 55 Cent pro Sendung, aber natürlich mit Durchsichtschutz. Nicht so die KVNo. Um in das neue "KVNO-Portal" hineinzukommen, nur um dort zum Beispiel Formulare zu bestellen, braucht man ein Kennwort für die Anmeldung. Und dieses extrem geheime Kennwort verschickt die KVNo zwar auch mit der Post - aber nicht normal, wie Bankinstitute oder Kreditkartenunternehmen, sondern als POSTIDENT SPECIAL-Sendung.
Das sieht dann so aus: Man wird aus dem Sprechzimmer gerufen, der Postbote spricht würdevoll: "Ein Brief von der KV!" und verlangt, den Personalausweis zu sehen. Ist die Identität durch amtliche und sorgfältige Inaugenscheinnahme zweifelsfrei festgestellt (Bahnhof Friedrichstraße!), dann unterschreibt man den Empfangszettel - und öffnet zitternd den Briefumschlag. Klar, Zulassungsentzug, mindestens, oder bestenfalls 50.000-Euro-Regreß, schießt einem durch den Kopf. Aber nein, aber nein - in dem Briefumschlag ist gottseidank nur das Kennwort für die Anmeldung zu diesem blöden KVNO-Portal ...
Spinnen die KV-Bürokraten eigentlich? Sind sie sich nicht im Klaren darüber, was für eine Wirkung im ersten Moment so ein äußerst ungewöhnlicher POSTIDENT-Versand beim Empfänger verursacht? Und ganz nebenbei noch bemerkt: Die Sendung kostet das Porto plus zusätzliche EUR 6,14. Aber ja, das bezahlen ja auch hier wieder nicht die Bürokraten sondern wir, die Vertragsärzte.
Die Freie Ärzteschaft e.V. ruft alle Kolleginnen und Kollegen zu bundesweiten Praxisschließungen in der letzten Märzwoche auf. Mit dieser Aktion soll gegen die gravierenden Fehlentwicklungen in der Gesundheitspolitik protestiert werden.
Der Vorstand der GenoGyn Rheinland unterstützt die Aktion und ruft alle Mitglieder zur Teilnahme auf.
Da flattern Reklamesendungen in die Praxis - und niemand liest sie. Kennen wir alle. Anders jetzt aber bei der Aussendung der Firma ALBIS: Deren Reklamesendung liest man. Und warum ausgerechnet nur diese? Weil eben über dem Adreßfeld in Großbuchstaben das Wort "Rechnungsadresse" steht. Eine Rechnung will man natürlich nicht versäumen, und deswegen schmeißt man einen solchen Brief auch nicht einfach weg sondern öffnet ihn und - findet allerdings keine Rechnung sondern nur Reklame.
Das macht ärgerlich und ist eigentlich kein netter Trick. Jedenfalls sollte eine seriöse Firma so etwas nicht nötig haben.
Gerade für die jüngeren Niedergelassenen, die zwar nicht wissen, wie sie bei dem neuen EBM im Jahre 2008 wirtschaftlich über die Runden kommen sollen, hat der Berufsverband der Frauenärzte BVF dennoch wieder einmal eine schöne Hilfe parat: Für je ca. EUR 1.000 bietet er "seinen Mitgliedern, ihren Familien und Freunden" eine exklusive Fachexkursion nach Peking an. Bei so einem Schnäppchen kann man wirklich nicht nein sagen. Und außerdem ist es genau das, was die Niedergelassenen zum gegenwärtigen Zeitpunkt brauchen.
Es kann natürlich auch sein, daß der BVF vorausschauenderweise sich etwas dabei gedacht hat: Zum Beispiel die Förderung von Auswanderungstendenzen nach China. Denn gerade die vorgesehene Vortragsveranstaltung "Entwicklung und aktueller Stand der Frauenheilkunde und Geburtshilfe in China" dürfte bei vielen Niedergelassenen Lücken schließen, auf die man von alleine so ohne weiteres nicht kommt. Ergo: Die BVF-Mitgliedschaft nutzt zwar niemanden, aber sie hat wenigstens Unterhaltungswert.
Es gibt mal wieder Ärger mit den "GenoMed-Genossen" aus Leinfelden. Seit geraumer Zeit verschicken sie an Niedergelassene Werbebriefe und Kataloge und behaupten dreist, die "Größte Gynäkologengenossenschaft Deutschlands" zu sein.
Die "GenoMed" mit Sitz in Leinfelden bei Stuttgart war früher tatsächlich einmal eine GenoGyn-Genossenschaft und bietet im Einkaufsbereich ein ähnliches Spektrum an wie die GenoGyn. Durch die Öffnung für alle anderen Fachgruppen (deshalb der Name "GenoMed") verlor sie allerdings ihre gynäkologisch-spezifische Kompetenz und schied aus dem GenoGyn-Verbund aus. Listigerweise behielten die Leinfeldener aber das GenoGyn-Logo und erwecken seitdem bei jedem, der nicht genau hinguckt, den Anschein einer GenoGyn-Genossenschaft.
Der Vorstand der GenoGyn Rheinland warnt dringend vor einer Verwechslung:
Nicht auf allem, auf dem das GenoGyn-Logo steht, ist auch GenoGyn drin!
Denken Sie immer daran:
GenoGyn Rheinland blickt in die Zukunft und ist die
Partnerschaft der Erfolgreichen!