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GenoGyn-Pressemitteilungen

Hier finden Sie die 5 aktuellsten Pressemitteilungen. Ältere Mitteilungen können Sie im Archiv nachlesen.

Benachteiligung der Frauen im Gesundheitssystem | Honorarreform ab 1. Juli 2010: GenoGyn schreibt Offenen Brief nach Berlin | Vier Facharzt-Gruppen ziehen in NRW künftig an einem Strang | Frauenärzte der GenoGyn stimmen Doris Dörrie zu | Frauenärzte der GenoGyn kritisieren steigende Prämien für Arzthaftpflicht:

02.08.2010
Benachteiligung der Frauen im Gesundheitssystem
Honorarreform 2010:
GenoGyn sendet Petition nach Berlin, NRW und RLP

Köln. Am Ende steht die eklatante Benachteilung der Frauen im deutschen Gesundheitssystem warnt die Ärztliche Genossenschaft der Frauenärzte GenoGyn anlässlich der Honorarreform 2010. Mit Petitionen an den Deutschen Bundestag sowie an den Landtag in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben die Gynäkologen nun offiziell Beschwerde eingelegt und Antrag auf Nachbesserung gestellt.

Schon im Juni, als die Folgen der aktuellen Honorarreform für die Frauenärzte offenbar wurden, hatte die GenoGyn in einem Offenen Brief an den Bewertungsausschuss des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin eine Modifizierung ihres Beschlusses vom 26. März 2010, der die arzt- und praxisbezogenen Regelleistungsvolumen mit Wirkung zum 1. Juli 2010 neu berechnet und angepasst hat, gefordert. "Praxissterben, Arbeitsplatzverlust und das Ende der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung drohen", sagt Dr. Helge Knoop aus dem Vorstand der GenoGyn.

Die Zahlen sprechen für sich: Ab dem 1. Juli 2010 soll das Regelleistungsvolumen (RLV) pro Frau und pro Quartal im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein 15,07 Euro und im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz 13,69 Euro betragen. Das neu eingeführte qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) soll zusätzlich durchschnittlich 1,00 Euro ausmachen. "Bezogen auf die Gesamt-Fallzahl des Vorjahres-Quartals erhalten die Gynäkologen dann beispielsweise für eine Ultraschalluntersuchung der Brust 44 Cent und für die Psychosomatische Grundversorgung einer Frau 83 Cent", erklärt Dr. Knoop. Im Fallwert (RLV und QVZ) ist nun außerdem ein wesentlicher Teil aus dem Kapitel Prävention, darunter alle Leistungen der Empfängnisregelung (früher Sonstige Hilfen - GOP 01820-01913), bereits eingerechnet. Sie werden nicht wie bisher extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung von den Krankenkassen bezahlt. Die GenoGyn erwartet deshalb dramatische Einbußen von durchschnittlich 6 000 Euro pro Quartal pro frauenärztlicher Arztpraxis.

Schon jetzt sei die Lage im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland dramatisch, so GenoGyn-Vorstandsmitglied Dr. Knoop: "Zu den genannten Preisen können sowohl eine Mamma-Sonografie wie auch eine Psychosomatische Grundversorgung so gut wie nicht mehr angeboten werden - ganz zu schweigen davon, dass aus Kostengründen eine Beratung zur Empfängnisregelung in Zukunft auf das Minimum beschränkt werden muss. Letzteres steht in krassem Widerspruch zu der Schutzpflicht des Gesetzgebers für das ungeborene Leben, die körperlichen und seelischen Schaden für Mutter und Kind und Gesundheitsschäden durch falsche oder nicht indizierte Behandlung mit Kontrazeptiva abwenden soll".

In ihren Petitionen beantragt die Ärztliche Genossenschaft GenoGyn deshalb erstens die sofortige Entfernung der Mamma-Sonografie und der Psychosomatische Grundversorgung aus den qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) und zweitens die sofortige Entfernung der Leistungen der Empfängnisregelung u.a. (früher Sonstige Hilfen - GOP 01820-01913) aus den Regelleistungsvolumina (RLV) und den qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV). Nur so könne aktuell eine Benachteiligung der Frauen in der medizinischen Versorgung in Deutschland verhindert werden.

Weitere Informationen:
Der Wortlaut der Petition an den Deutschen Bundestag ist ab dem 1.8.2010 nachzulesen unter www.genogyn.de.

24.06.2010
Honorarreform ab 1. Juli 2010: GenoGyn schreibt Offenen Brief nach Berlin
Fachärztliche Versorgung der Frauen in NRW vor dem Aus

Köln. Alarmstufe Rot bei Frauenärzten in NRW: Nach der aktuellen Honorarreform drohen ihnen Einbußen von etwa 15 Prozent ab dem 3. Quartal 2010. Damit ist die Existenz vieler gynäkologischer Praxen im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNo) und Rheinland-Pfalz (KV RLP) und der Bestand zahlreicher Arbeitsplätze in Gefahr. Die fachärztliche Versorgung der Frauen in Nordrhein-Westfalen stehe vor dem Aus, mahnt die Ärztliche Genossenschaft GenoGyn. In einem Offenen Brief an den Bewertungsausschuss des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin drängt die Genossenschaft der Frauenärzte nun auf eine Modifizierung der Beschlüsse.

Die Fakten: Ab dem 1. Juli 2010 soll das Regelleistungsvolumen (RLV) pro Frau und pro Quartal im Bereich der KVNo 15,07 Euro und im Bereich der KV RLP 13,69 Euro betragen. Das neu eingeführte qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) soll zusätzlich durchschnittlich 1,00 Euro ausmachen. "Ganz abgesehen davon, dass kein Arzt und kein Bürger versteht, warum in den verschiedenen KV-Bereichen Deutschlands für die gleiche Leistung unterschiedliche Honorare bezahlt werden, sind allein diese neuen Zahlen ein Desaster", so Dr. Helge Knoop aus dem Vorstand der GenoGyn. Doch damit nicht genug: Nach aktueller Reform ist im Fallwert (RLV und QVZ) ein wesentlicher Teil aus dem Kapitel Prävention, darunter alle Leistungen der Empfängnisregelung (früher Sonstige Hilfen - GOP 01820-01913), bereits eingerechnet. Sie werden nicht länger extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung von den Krankenkassen bezahlt.

Nach Vergleichsrechnungen erwartet die GenoGyn deshalb dramatische Einbußen: Diese Maßnahmen werden einen Honorarverlust von durchschnittlich etwa 15 Prozent, das sind etwas mehr als 6 000 Euro pro Quartal pro frauenärztlicher Arztpraxis, zur Folge haben. "Das kommt einer Enteignung gleich und gefährdet akut nicht nur die Existenz zahlreicher frauenärztlicher Praxen mit den damit verbundenen Arbeitsplätzen, sondern auch die flächendeckende ärztliche Versorgung der Frauen", warnt die Genossenschaft der Frauenärzte in ihrem Offenen Brief vom 23. Juni 2010. Die Reform müsse modifiziert, die unmittelbar bevorstehende eklatante Benachteiligung von Frauen innerhalb des Gesundheitssystems um jeden Preis verhindert werden.

Weitere Informationen:
Der Offene Brief an den Bewertungsausschuss des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist ab dem 1.7.2010 unter www.genogyn.de einzusehen.

14.06.2010
Vier Facharzt-Gruppen ziehen in NRW künftig an einem Strang
"Aktionsbündnis Fachärztlicher Organisationen" (AFO) gegründet

Köln. Fachärzte bündeln ihre Kräfte: Am 31. Mai 2010 wurde in Köln das "Aktionsbündnis Fachärztlicher Organisationen" (AFO) gegründet. Träger des neuen Bündnisses sind vier landesweit tätige Ärzte-Gesellschaften: die HNOnet NRW eG, die Orthonet-NRW eG, die GenoGyn Rheinland eG und die Uro-GmbH Nordrhein.

Diese vier Organisationen wurden von niedergelassenen Gynäkologen, Urologen, Orthopäden und HNO-Ärzten in Nordrhein-Westfalen zur Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen und politischen Interessen neben den Berufsverbänden ins Leben gerufen und sind zum Teil seit Jahren aktiv. Mit Gründung des Aktionsbündnisses Fachärztlicher Organisationen vertritt man gemeinsam nun bereits die Anliegen von über 1 500 Fachärzten in NRW.

Schon zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen machte die AFO mit einer ersten gemeinschaftlichen Plakat-Aktion auf sich aufmerksam. Als nächstes stehen unter anderem die Entwicklung eines Qualitätssiegels für Präventionsleistungen und die Aufklärung zum Thema Kostenerstattung auf der Agenda.

Langfristig soll das Aktionsbündnis erweitert und zu einer handlungsfähigen und gesundheitspolitisch aktiven Facharzt-Vereinigung entwickelt werden. Die Vertreter der vier Ärzte-Organisationen werden sich künftig regelmäßig mit gemeinsamen Projekten öffentlich zu Wort melden, um den Einfluss einer geschlossenen Fachärzteschaft auf Medizin und Politik zu stärken.

11.05.2010
Frauenärzte der GenoGyn stimmen Doris Dörrie zu
Wechseljahre dürfen nicht länger ein Tabu sein

Köln. Lieber Schwitzen als Hormone nehmen? Vaginal-Straffung für besseren Sex? Doris Dörries' "Klimawechsel" brachte die Wechseljahre provokant und mit bitterbösem Humor ins Gespräch - und erntete dafür zwiespältige Reaktionen. Die Frauenärzte der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn begrüßen das große Medienecho auf Dörries' TV-Serie, denn es breche längst überfällige Tabus. Noch immer fehle es an Aufklärung über Wechseljahresbeschwerden und nach wie vor würden zu viele betroffene Frauen aus Scham schweigen, statt sich helfen zu lassen.

"Heute muss keine Frau unnötig stark unter Wechseljahresbeschwerden leiden", appelliert Dr. Jürgen Klinghammer aus dem Vorstand der GenoGyn. Doch der Mythos lebt: Diffuse Ängste vor dem Klimakterium und vermeintliche Hilflosigkeit beunruhigen schon 40-Jährige. Fakt ist, die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess. Im Durchschnitt verändert sich der Hormonhaushalt etwa ab dem 50. Lebensjahr spürbar. Vor allem sinkt der Östrogenspiegel, die Menstruationsabstände werden kleiner oder größer, bis die Blutung ganz ausbleibt und die Fruchtbarkeit der Frau beendet ist. Nur jede Dritte hat dabei erhebliche seelische oder körperliche Probleme. Abhängig ist dies oft von der persönlichen Lebenssituation und der psychischen Verfassung. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Angstzustände, depressive Verstimmungen, Libidomangel und Trockenheit der Scheide. In Folge des veränderten Hormonhaushalts können Osteoporose, Herz-, Kreislauferkrankungen und Harninkontinenz auftreten.

"Der beste Weg, um gut durch die Wechseljahre zu kommen, ist das rechtzeitige und offene Gespräch mit dem Gynäkologen", sagt Dr. Klinghammer. "Dabei können wir unnötige Ängste nehmen und aus einem großen Therapiespektrum gemeinsam mit der Patientin individuell geeignete, begleitende Maßnahmen auswählen." Das sind zum Beispiel präventive Maßnahmen wie Osteoporose-Prophylaxe mit Vitamin-D, Ernährungsberatung oder körperliche Bewegung. Pflanzliche Präparate können ebenso angezeigt sein wie eine Hormonersatztherapie. Letztere wird kontrovers diskutiert, viele Frauen fürchten sie. "Dafür gibt es keinen Anlass", so Dr. Klinghammer. Es gehe immer um eine individualisierte Aufklärung und Therapieentscheidung unter Abwägung von persönlichem Nutzen und Risiko.

Die Botschaft der Frauenärzte der GenoGyn ist klar: "Ob Schweißausbrüche, Probleme beim Geschlechtsverkehr oder Inkontinenz, es gibt keine Tabus, und keine Frau muss sich mit diesen Beschwerden abfinden". Kompetente medizinische Hilfe steht ihnen, anders als Doris Dörries' geplagten TV-Protagonistinnen, in der Realität zur Verfügung.

07.05.2010
Frauenärzte der GenoGyn kritisieren steigende Prämien für Arzthaftpflicht:
Flächendeckende Versorgung in der Geburtshilfe gefährdet

Köln. Schwangerschaftsvorsorge beim niedergelassenen Frauenarzt ist in Deutschland an der Tagesordnung. Ganz selbstverständlich lassen sich werdende Mütter während der Schwangerschaft von ihrem vertrauten Gynäkologen wohnortnah betreuen. Doch damit könnte bald Schluss sein. Steigende Haftpflichtprämien setzen den niedergelassenen Gynäkologen existenziell zu und gefährden die flächendeckende Versorgung in der Geburtshilfe, warnen die Frauenärzte der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn.

Von den steigenden Beiträgen für die Arzthaftpflicht sind nach Angaben des größten Versicherers, der Deutschen Ärzteversicherung, neben Allgemeinmedizinern an erster Stelle niedergelassene Gynäkologen, die auch geburtshilflich tätig sind, besonders betroffen. Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass diese Problematik für alle Frauenärzte besteht. Denn im Einzelfall werden alle an der Schwangerschaftsvorsorge Beteiligten im Hinblick auf eine Schadenregulierung über die Haftpflichtversicherung einbezogen.

Doch die steigenden Entschädigungssummen, die die Rechtsprechung den Geschädigten heute zugesteht, und die infolgedessen ausufernden Versicherungsprämien sind nur ein Aspekt. "Hinzukommt der damit anwachsende Aufwand für Dokumentation und die höheren Anforderungen an die vorgeburtliche Medizin" so Dr. Wolf Dieter Fiessler aus dem Vorstand der GenoGyn. Gleichzeitig nehmen die Risiken der Schwangerschaftsbetreuung ohnehin zu, denn die Schwangeren werden immer älter.

"Die höheren zeitlichen Anforderungen und finanziellen Aufwendungen stehen inzwischen kaum noch im Verhältnis zum Erlös für die verantwortungsvolle ärztliche Schwangerschaftsbetreuung", so der Kölner Gynäkologe. Es scheint, als würde diese Entwicklung noch verstärkt, wenn auf Betreiben der Krankenkassen geprüft wird, ob anstehende Kosten auf die Haftpflichtversicherung der Geburtshelfer übertragen werden können. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tendenzen ist es nicht verwunderlich, dass schon über mehrere Jahre ein Bewerbermangel gerade in der Frauenheilkunde festgestellt werden muss.

Angesichts der zu erwartenden Folgen stellt sich die Frage: Ist eine den Frauen zugewandte Geburtshilfe, wie wir sie kennen, in Zukunft überhaupt noch möglich? Denkbar wäre, die wohnortnahe patientenorientierte Versorgung der Schwangeren auf Dauer zu sichern, wenn man, wie in anderen europäischen Ländern, eine teilweise staatliche Risikoübernahme einrichtet.

Mit dem Haftpflicht-Dilemma sind Deutschlands Frauenärzte übrigens nicht allein. Auch die Berufsgruppe der Hebammen ist betroffen. Sie machten jüngst mit bundesweiten Protestaktionen darauf aufmerksam, dass sie aufgrund der gestiegenen Prämien die aktive Geburtshilfe bereits in großer Zahl aufgegeben hätten und unterstreichen damit die drohende Versorgungslücke, vor allem abseits der Ballungszentren.

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