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Juli 2009

BVF: Kein Interview. Keine Stellungnahme! | Schmitz u. Söhne: Alt gegen Neu! | Brustkrebs: Nicht zum erstbesten Arzt! | OVH's bis zu 24% teurer! | Sauberkeit hat oberste Priorität! | IGel: AOK klärt auf - endlich mal ehrlich | Lauterbach jetzt auch als Grill-Pädagoge

BVF: Kein Interview. Keine Stellungnahme!

Frontal21 (ZDF) hatte mal wieder Sensationelles aufzudecken. Unter dem Titel "Gefahr: Krebs durch Hormonbehandlung" enthüllte das Magazin am 16.6.2009:

"Die längere Einnahme von Hormonpräparaten bei Wechseljahrsbeschwerden erhöht Studien zufolge das Brustkrebsrisiko bei Frauen. Davor warnen Wissenschaftler und die Arzneimittelkommission seit Jahren."

"Seit Jahren" - welche Aktualität! Untermauert wird die Botschaft im folgenden Beitrag von dem Gesundheitsökonomen Prof. Dr. rer. nat. G. Glaeske, der den Zuschauern verrät, daß die Verschreibung der HRT-Präparate "nur der Kundenbindung diene", von einer AOK-Umfrage, die beweise, daß die meisten Frauenärzte die Gefahren "verharmlosen", von der Allgemeinmedizinerin Frau Prof. Dr. med. E. Baum, der die Ergebnisse zeigen, daß die "Gehirnwäsche bei den Ärzten funktioniert hat", und von dem Herausgeber des "arznei-telegramms", W. Becker-Brüser, der weiß, daß die Risiken von den Ärzten bewußt "heruntergespielt" werden. - Alles nicht wirklich neu und auch am Thema vorbei. Und - wie so oft bei dieser doch wirklich wichtigen Problematik - leider wieder nur Tendenziöses und Emotionales von den üblichen Verdächtigen mit den üblichen Sprüchen.

Aber gottseidank wurde in dem Beitrag auch der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) um seine Meinung gebeten - welch' eine Chance! Doch diese fiel dann wenig berückend aus: "Kein Interview. Keine Stellungnahme!"

Eine solche Totalverweigerung mag der BVF-Verbandsspitze zwar klug erscheinen, aber in der Öffentlichkeit dürfte die Wirkung verheerend gewesen sein.


Schmitz u. Söhne: Alt gegen Neu!

Der international bekannte Hersteller von OP-, Stations- und Ambulanzmobiliar und langjährige Kooperationspartner der GenoGyn Rheinland, die Firma Schmitz u. Söhne GmbH & Co. KG aus Wickede (Ruhr), bietet über ihre Fachhändler in einer bis zum 30.9.2009 gültigen Aktion "Alt gegen Neu" für einen alten Untersuchungsstuhl (jedes Fabrikat) eine Investitionspräme von 1.000 Euro, wenn gleichzeitig ein neuer Untersuchungsstuhl der Serie "medi-matic" gekauft wird und 500 Euro beim Kauf eines Stuhles der Serie "arco". Der alte Stuhl wird kostenlos entsorgt.


Brustkrebs: Nicht zum erstbesten Arzt!

In einem Kurzportrait der WELT AM SONNTAG vom 7.6.2009 wird die neue Leiterin der Brustzentrums Köln-Frechen, Frau Prof. Dr. Nadia Harbeck, mit den Worten zitiert:

"Brustkrebs ist kein Notfall. Frauen sollten nicht zum erstbesten Arzt gehen, sondern in ein zertifiziertes Zentrum."

Ist das Zitat korrekt wiedergegeben, dann stellt sich erstaunt die Frage: Wer sind für Frau Professor wohl die "erstbesten" Ärzte? Sind damit die niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte gemeint? Wenn dem so ist: eine wenig charmante Bewertung von jemandem, der neu ist und offenbar nicht weiß, daß es im Kölner Raum auch noch andere qualifizierte Brustzentren gibt, in die die als solcherart unbedarft qualifizierten Fachkollegen überweisen können.

Ergänzend dazu ein weiteres Harbeck-Zitat - in der gleichen Ausgabe: "Der berufliche Erfolg kommt nicht am Sonntag zum Kuscheln." Wohl wahr, Frau Professor.


OVH's bis zu 24% teurer!

Ovulationshemmer sind für deutsche Verbraucherinnen deutlich teurer geworden. So zahlt eine Frau derzeit für einen Streifen im Durchschnitt über 12% mehr als noch vor drei Jahren - und für eine Dreierschachtel sogar über 14% mehr. Spitzenreiter ist die Pille mit der roten Rose, die in den letzten drei Jahren bei der Dreierschachtel preislich sogar um satte 24,67% zulegte.

Und warum wird den Mädels so ungeniert in die Tasche gegriffen? Vielleicht ist wieder mal der Rohölspotmarkt in Rotterdam schuld? Oder sind die Pillen etwa noch sicherer geworden? Man weiß es nicht. Nur eines steht fest: Die Krankenkassen mögen ja noch so viele Rabattverträge mit Pharmafirmen schließen - der Arzneimittelmarkt insgesamt erweist sich für die Hersteller immer wieder als eine wahre Wundertüte - ähnlich wie für die Mineralölkonzerne der Sprit. Aber von vielen Ovulationshemmern gibt es ja gottseidank Generika.


Sauberkeit hat oberste Priorität!

Mit der in Bonn ansässigen Jahn Gebäudereinigungs GmbH hat GenoGyn Rheinland - neben dem Reinigungs-Service E. Schödder - einen weiteren Partner, der sich um alle anfallenden Reinigungsaufträge in medizinischen Einrichtungen, Arztpraxen, Krankenstationen, Laboratorien und OP-Bereichen kümmert.

Das Unternehmen ist überregional tätig und bietet prozessorientiertes Qualitätsmanagement zertifiziert nach DIN-ISO 9001:2000.

GenoGyn-Mitglieder erhalten auf alle Leistungen der Jahn Gebäudereinigungs GmbH einen Rabatt von 15%.


IGeL: AOK klärt auf - endlich mal ehrlich!

In der Juni-Ausgabe von "vigo", dem Kundenmagazin der AOK Rheinland/Hamburg, läßt sich Erstaunliches lesen: Da erklärt die AOK ihren "Kunden", was IGeL sind - und diesmal sogar ehrlich und frei von diskrimierenden Bewertungen. Der Text im Wortlaut:

"Individuelle Gesundheitsleistungen sind Zusatzuntersuchungen in der Arztpraxis, die der Patient aus eigener Tasche bezahlen muß. In der Regel handelt es sich um Angebote, die aus medizinischer Sicht nicht notwendig sind, aber den gesetzlich vorgesehenen Untersuchungskatalog sinnvoll ergänzen können. Manche Leistungen werden aber auch als IGeL angeboten, weil der Gesetzgeber noch nicht entschieden hat, wie sinnvoll sie sind und für wen und wie oft sie infrage kommen."

Na ja, auch wenn wir das mit den AOK-"Kunden" und dem "aus eigener Tasche" bereits hinreichend thematisiert haben, so kann dieses Bekenntnis der AOK durchaus Vorbild auch mal für andere Kassen sein. Weniger schön ist allerdings, daß "vigo" in der gleichen Ausgabe ein weiteres Mal mehr zwar sämtliche Ausgaben der AOK für ihre lieben Versicherten aufschlüsselt, aber mit keinem Wort die Ausgaben für ihre eigene Verwaltung beziffert. Diese Zahl würde uns auch mal interessieren - vermutlich auch die AOK-Versicherten selbst.


Lauterbach jetzt auch Grill-Pädagoge!

"Laut Karl Lauterbach sind die Deutschen mehrheitlich 'Kampfgriller' - eine gefährdete Spezies. Dem Gesundheitsexperten der SPD zufolge ist es vor allem das gemeingefährlich fettige Würstchen, das eine massive Bedrohung für die grillende Menschheit darstellt. 'Wer sein Fleisch den ganzen Sommer über Holzkohle grillt', erklärt Lauterbach, 'setzt sich der Gefahr von Brust-, Darm oder Prostatakrebs aus.' Herunter tropfendes Fett lässt von der Kohle giftige Dämpfe aufsteigen. Das Grillen 'an der Basis' zu verbessern war das Ziel von Lauterbachs pädagogisch wertvoller Einladung, bei der er in die Mitte seines Kugelgrills eine simple Kuchenform stellte, die das Fett auffängt und Dämpfe verhindert."

(Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 134 vom 13./14.6.2009)


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