Herr Dr. Köhler, bitte treten Sie ab! | Neue Mitglieder | Datenpannen ohne Ende | Einführung in GynEBM und GynGOÄ | Arztrechnungen online prüfen? | eilmeldung@facharzt.de vom 12.11.2011:
Da stand dieser Mensch am 21.11.2011 in der ZDF 19-Uhr-heute-Nachrichtensendung und sagte nach der Anmoderation "KBV will mehr Schutz für Patienten" zum Thema IGeL und Bedenkzeit doch tatsächlich: "Bei IGeL wird oft das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient geschädigt, und da glauben wir, dass gerade so eine Bedenkzeit, eine ausreichende Bedenkzeit, in der der Patient das noch mal prüfen kann, sehr hilfreich ist." Gemeint ist eine Bedenkzeit von 24 Stunden, wie sie die gesetzlichen Krankenkassen als gesetzlich vorgeschrieben fordern.
Man Köhler, haben Sie, der Sie oberster Vertreter der Kassenärzte sind, denn niemals selbst in einer Kassenarztpraxis gearbeitet oder gar eine solche geführt? Hat er wohl nicht. Denn sonst wüsste er, dass zum Beispiel eine Frau nach ihrer gynäkologischen Untersuchung wohl kaum 24 Stunden später noch einmal in der Praxis aufkreuzen dürfte, um den von ihr als IGeL gewünschten vaginalen Ultraschall durchführen zu lassen. Und er wüsste auch, dass die Kassenärzte schon seit langem mit IGeL weniger ihren "Praxisumsatz steigern", sondern bestenfalls ihr Kassenminus ausgleichen.
Selbstverständlich ist eine Bedenkzeit zwischen IGeL-Angebot und -Durchführung richtig und gut, ebenso wie Patientenerklärung, Honorarvereinbarung und anderes sinnvollerweise längst vorgeschrieben sind. Doch mit ihrer 24-Stunden-Forderung wollen die Krankenkassen doch bloß IGeL insgesamt blockieren und den Versicherten gegenüber die Diskrepanz von ihren All-inclusive-Versprechen und der medizinischen Alltagswirklichkeit verschleiern. Und dann steht da unser oberster Vertreter im Fernsehen und bläst in das Horn der GKV und versteigt sich zusätzlich in den wirklich schlimmen Satz "Bei IGeL wird oft das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient geschädigt ...".
Herr Dr. Köhler, bitte treten Sie ab!
Als neue GenoGyn Rheinland-Mitglieder begrüßen wir:
Datenpannen im frei zugänglichen Internet sind ein weltweites Problem. Im Medizinbereich geschah die letzte Panne vor kurzem in Schleswig-Holstein. Da konnte plötzlich jedermann im Internet Tausende hoch sensibler Daten psychisch erkrankter Menschen nachlesen: Vor- und Nachnamen, Geburtsdaten, medizinische Befunde, Klinikbriefe, psychologische Dokumentationen und anderes. Und trotzdem glaubt die KBV noch immer, mit der eGK und deren Online-Anbindung "KV-SafeNet" den Stein der Weisen gefunden zu haben, einfach lächerlich.
Wenigstens hat die Panne in Schleswig-Holstein endlich auch mal den Bundesdatenschutzbeauftragten wach gerüttelt, der prompt ein radikales Umdenken forderte: "Wir brauchen nicht immer mehr, sondern weniger Daten, und diese müssen ordentlich geschützt werden. Sonst sei zu befürchten, dass demnächst nicht nur diplomatische Korrespondenz, sondern ärztliche Diagnosen ihren Weg in das Internet fänden." Doch genau das soll, trotz der Panne im Norden, von Januar 2012 bis März 2012 geschehen. Ab dann nämlich müssen die Abrechnungen der niedergelassenen Ärzte mit den Kassenärztlichen Vereinigungen ausschließlich via Internet vollzogen werden. Und Roland Stahl, Sprecher der KBV, versicherte, die Online-Abrechnungen seien "sehr sicher". Das "sehr" bedeutet, dass sie nicht absolut sicher sind. Und das Verrückteste ist noch: Jeder einzelne Arzt ist für die Sicherheit der Daten selbst verantwortlich. Was heißt: Sollte es doch mal eine Panne geben, dann bleibt die KBV, obwohl Richtliniengeber, schön außen vor! Nein, jeder Arzt muss natürlich selbst entscheiden, ob er es wagt, mit seinem Praxissystem online zu gehen. Empfehlen kann man es nicht.
Selbstverständlich wird GenoGyn auch zum kommenden Jahresbeginn für alle Neuniedergelassenen und Niederlassungswilligen wieder die beiden Einführungsseminare GynGOÄ und GynEBM anbieten. Beim GynEBM handelt es sich um ein reines Propädeutik-Seminar. Deshalb sollten daran wirklich nur Neueinsteiger teilnehmen. Um das Verständnis der komplexen Inhalte zu intensivieren, ist zudem die Teilnehmerzahl auf maximal 10 Personen begrenzt.
Das Einführungsseminar GynGOÄ findet statt am Mittwoch, dem 1. Februar 2012, um 16.00 Uhr, und das Einführungsseminar GynEBM am Mittwoch, dem 8. Februar 2012, um 15.00 Uhr. Anmeldungen nimmt schon jetzt die Geschäftsstelle der GenoGyn Rheinland entgegen. Telefon: 0221 / 94 05 05 390 (Marion Weiss). Auch über diese Website ist eine Anmeldung möglich.
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Nach Informationen des "Spiegel" sollen Kassenpatienten künftig per Internet überprüfen können, welche Leistungen ihr Arzt abgerechnet hat. Mehr noch: Auf der Homepage der zuständigen gesetzlichen Krankenversicherung kann außerdem dann eingesehen werden, wie viel der Arzt für Behandlungen in Rechnung gestellt hat. Das alles soll, darauf hätten sich Gesundheitsexperten von Union und FDP geeinigt, die ärztliche Versorgung verbessern und mehr Transparenz bei den Honoraren bringen. Ein Witz? Wohl hoffentlich. Denn da dürfte der Bundesbeauftragte für den Datenschutz wohl noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen - die KBV und die Bundesärztekammer sowieso. Außerdem: Worin besteht bei einem solchen Aufwand, der im Übrigen wieder eine Masse Geld kosten würde - Versichertengeld - der Nutzen für den Patienten? Da gibt's keinen, außer dass der Patient vielleicht "Ooh!" rufen könnte. Nein, die Politiker sollten ihr Vorhaben am besten sofort in die Tonne kloppen - oder etwa doch nicht?
Wie wäre es denn, wenn man auf der Homepage der zuständigen gesetzlichen Krankenversicherung nicht nur einsehen könnte, wie viel der Arzt für Behandlungen in Rechnung gestellt hat, sondern wie viel Geld er tatsächlich erhält? Natürlich nach den üblichen Korrekturen durch HVM, RLV, QZV und anderem Budgetierungskram? Also das Echthonorar. Das wäre doch was. Damit könnte man leben, und der Patient darf dann gerne "Autsch!" statt "Ooh!" rufen. Aber das bringt auch keinem was, jedenfalls wird dadurch die ärztliche Versorgung sicher nicht verbessert. Die einzige wirklich ehrliche Honorartransparenz brächte die Kostenerstattung, aber so ehrlich will nun dann doch kein Politiker sein.
Martin Grauduszus bleibt für zwei weitere Jahre Präsident der "Freien Ärzteschaft" (FÄ). Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes erhielt der Allgemeinmediziner heute 34 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Vize-Präsident bleibt Wieland Dietrich - neue 2. Vize-Präsidentin wurde Dr. Silke Lüder aus Hamburg.
Herzlichen Glückwunsch! Und als "Eilmeldung" durchaus angemessen priorisiert. Aber: Ist es richtig - waren da insgesamt nur 42 Mitglieder anwesend? Von der ganzen "Freien Ärzteschaft" - einem Verein, der trotzdem nahezu permanent in Presse, Funk und Fernsehen präsent ist? Na ja, da kann man wirklich neidisch werden - eine wirklich super Medienarbeit! Aber dann ist jetzt auch klar, warum der BVF da nicht ganz so präsent sein kann: Bei der letzten Mitgliederversammlung des Bezirks Köln erschienen dort vier Personen - die Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende, der zukünftige stellvertretende Vorsitzende und die Schwester der Vorsitzenden.
Denken Sie immer daran:
GenoGyn Rheinland blickt in die Zukunft und ist die
Partnerschaft der Erfolgreichen!