Die DM 3.704,40 Versandkosten eines GenoGyn-Briefes, der an alle niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen im Einzugsgebiet der GenoGyn Rheinland geht, trägt - wie bei allen Schreiben der GenoGyn Rheinland - die W i r t s c h a f t . Nicht die Ärzte, nicht die Krankenkassen und natürlich auch nicht die Patienten. Und das ist gut so.
Kooperationspartner der GenoGyn Rheinland ist nämlich die Wirtschaft, und für die Wirtschaft ist GenoGyn inzwischen ein interessanter Vermittler, Promoter und Agent. Diese Dienstleistungen werden von der Wirtschaft bezahlt und kommen den gynäkologischen Arztpraxen zugute.
Bereits seit etwa drei Jahren verfolgt GenoGyn Rheinland das Ziel, die wirtschaftlichen Belange der Niedergelassenen - unter Wahrung der kassenärztlichen Interessen - auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu fördern. Inzwischen haben auch einige der KV'en erkannt, daß die Zukunft der Niedergelassenen eben auf diesem Gebiet liegt: die KV Baden-Württemberg gründete zum Beispiel die MEDI GmbH, die KV Schleswig-Holstein eine Ärzte-Genossenschaft, und die KV Nordrhein beschloß kürzlich die Gründung einer "Medizin-AG".
Der gedankliche Ansatz ist also richtig. Nur die geplante Umsetzung lehnt der Vorstand der GenoGyn Rheinland ab!
Bei einer für a l l e Fachgruppen offenen "Medizin-AG" werden nämlich die innerärztlichen Verteilungsprobleme der Vergangenheit weiter fortgesetzt und nur auf die privatwirtschaftliche Ebene heruntergebrochen. Die Bedingungen bleiben, lediglich die Ebene ändert sich. Ergänzt wird dieses AG-Konstrukt zusätzlich durch eine mehr als fragwürdige Sperrminorität einer Bank.
Majorisiert von den anderen Fachgruppen ist im kassenärztlichen Bereich die Gynäkologie bei der Einkommensstatistik nach und nach auf den bemitleidenswerten vorletzten Platz gerutscht. Und warum sollte das auf der privatwirtschaftlichen Ebene einer "Medizin-AG" anders werden?
Die gleichen Leute, die eine Reduzierung der KVNo-Vollversammlung auf kostengünstigere 120 Mitglieder und die eine Reduzierung des KVNo-Vorstandes von 19 (!) auf kostengünstigere 11 Mitglieder verhindert haben, die gleichen Leute, die außerdem die Fachgruppe der Gynäkologen seit Jahren wirtschaftlich immer weiter heruntergezogen haben, - diese Leute werden gewiß auch in einer AG das Sagen haben und nicht plötzlich zu Freunden der Wirtschaftlichkeit und der Gynäkologie mutieren.
Ein weiteres Beispiel der seit Jahrzehnten gepflegten Behördenmentalität in den 23 (!) KV'en ist der von der KBV beschlossene, kostenintensive Umzug der KBV nach Berlin (während das Bundesgesundheitsministerium weiterhin in Bonn bleibt). Auch der Umzug wird ebenso wie das neu zu errichtende Verwaltungsgebäude von den Niedergelassenen aus dem Budget bezahlt und fehlt den Praxen an Punktwertvergütungen.
Nein, GenoGyn Rheinland ist eine rein fachgruppenspezifische Wirtschaftsgemeinschaft, die mit anderen ärztlichen Wirtschaftsgemeinschaften im Interesse der "Einheit der Ärzte" zwar gerne zusammenarbeitet (z.B. im Dachverband GenoGyn/GenoMed e.V. mit den für alle Ärz ten offenen GenoMed's), aber die in erster Linie die Interessen der niedergelassenen Gynäkologen vertritt. Und so muß es auch bleiben.
Seit GenoGyn Rheinland ist für die Gynäkologen die Zeit der Majorisierung, der Duldung und der Demütigung vorbei! - Die Mitglieder der GenoGyn Rheinland holen sich das zusätzliche Geld außerdem nicht von anderen Ärzten sondern von der Wirtschaft, direkt.
Noch werden die bei der GenoGyn einfließenden Gelder seitens der Wirtschaft für den Aufbau einer schlagkräftigen Struktur gebraucht. Mittelfristig sollen für GenoGyn-Mitglieder Geschäftsanteile, Jahresüberschuß und Rückvergütung von Bedeutung sein.
Aber bitte, wie ist Ihre Meinung dazu? - Unter der Rubrik GenoGyn aktuell ist auf unserer Website ein
Message Board eingerichtet, auf dem Sie gerne und für alle transparent Ihre Einstellung zur "Medizin-AG" mitteilen können, zwecks basisorientierter Meinungsbildung!
Außerdem wird am Mittwoch, dem 18.10.2000, um 18.00 Uhr (bitte vormerken!) die erste satzungsgemäße Generalversammlung der GenoGyn Rheinland stattfinden. Auch hier besteht Gelegenheit zur Diskussion über die "Medizin-AG".
Aber denken Sie stets daran:
GenoGyn Rheinland ist die
Partnerschaft der Erfolgreichen!
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
GenoGyn Rheinland
Ihr H. Knoop
(Vorstand)