Von der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn und der AGEP etabliert:
Präventionsmedizin gilt als Schlüssel der modernen Gynäkologie. Berufspolitische Standesvertretungen wie die GenoGyn halten sie zukünftig sogar für existenziell: Die gynäkologische Praxis herkömmlicher Art hat keine Zukunft. Eine dauerhafte Existenzsicherung für die niedergelassenen Ärzte ist nur mit der Präventionsmedizin möglich. Wie in anderen Disziplinen fordert der Wandel im Gesundheitswesen auch in der Frauenheilkunde qualifizierte Spezialisierungen. Wer sich nicht umstellt, wird durch Strukturveränderungen im deutschen Gesundheitssystem in den nächsten fünf bis zehn Jahren aufgerieben werden. Traditionelle Aufgabenbereiche wie Endokrinologie, Schwangerschaftsbetreuung, Mammadiagnostik und Onkologie werden durch andere Fachgruppen und Zentren übernommen werden. Die Präventionsmedizin kann diese Aufgaben ersetzen und bietet den Frauenärzten erfolgreiche Zukunftsaussichten. Der Erwerb entsprechender Kenntnisse war in der Vergangenheit schwierig. Der Frauenarzt als Präventionsmediziner ist zwar seit Jahren "in aller Munde", die Ausbildungssituation war bisher allerdings unzureichend.
Die GenoGyn-Fortbildungsreihe in Präventionsmedizin leistet erstmalig eine Zusammenfassung aller relevanten Inhalte und umfasst eine Ausbildung mit einer Zertifizierung. Die Präventionsseminare werden an drei Wochenenden, in Kooperation der GenoGyn mit der Akademie für Gesundheitsförderung und Prävention e.V. (AGEP) und mit Unterstützung der pharmazeutischen Fabrik Dr. Kade, veranstaltet. Von September bis November 2008 in Köln und Düsseldorf sowie von März bis Mai 2009 in Berlin haben sich bereits 131 Gynäkologinnen und Gynäkologen in der Präventionsmedizin zertifiziert. Die Moderation obliegt GenoGyn-Vorstandsmitglied Dr. med. Jürgen Klinghammer, der die Teilnehmer in die Thematik "Der Gynäkologe als Präventionsarzt der Frau" einführt. Die Frauenärztin/ der Frauenarzt ist danach Ansprechpartner in allen Lebensphasen einer Frau und begleitet sie, beginnend mit der fetalen Programmierung über die Pubertät bis ins hohe Alter. Er betreut ihren Kinderwunsch, leistet qualifizierte Schwangerschaftsbetreuung und ist bei der Behandlung der Harninkontinenz, der Osteoporose, dem Klimakterischen Syndrom ebenso kompetent wie bei der Altersprävention und dem lebenslangen Impfprogramm.
Namhafte Referenten sind an der Ausbildung beteiligt. Darunter: "Präventionspapst" Professor Dr. Armin Heufelder, Osteoporose-Experte Professor Dr. Johann D. Ringe, Impfspezialist Priv.-Doz. Dr. Roland Starke, Sport- und Bewegungsmotivator Dr. Till Sukopp, Harninkontinenz-Experte Dr. Reinhold Bastians, Antikonzeptions-Spezialistin Dr. Anneliese Schwenkhagen sowie Dr. Anke Kleine-Tebbe, die über zeitgemäße Krebsfrüherkennung referiert und Dr. Babett Ramsauer, die das Spektrum der modernen Schwangerschaftsbetreuung vorstellt.
Auf dem Programm finden sich Topthemen der Prävention wie das metabolische Syndrom, Grundlagen zur sonographischen Messung der Carotis interna media, Übergewicht und Adipositas, vaskuläre Risiken, Hormonersatztherapie, moderne Krebsvorsorge, Harninkontinenz in Diagnostik und Therapie, individuelle Antikonzeption, insulinotrope Ernährung und Osteoporose. Außerdem stehen die moderne Schwangerschaftsbetreuung, Sport als Baustein moderner Prävention, Behandlung bei Essstörung, das komplette Alters entsprechende Impfprogramm, Therapie bei Depressionen, Neurostress sowie Altersprävention auf der Agenda.
Für die drei Ausbildungs-Wochenenden werden von der Ärztekammer mindestens 37 Fortbildungspunkte angerechnet. Die Gynäkologinnen und Gynäkologen, die das Zertifikat in der Präventionsmedizin erworben haben, werden anschließend sowohl über die GenoGyn als auch über die AGEP und die Firma Dr. Kade im Internet veröffentlicht.
Die GenoGyn hat die zertifizierte Fortbildung inzwischen fest in ihrem Fortbildungskatalog etabliert, denn heute investieren die Kassen zwar überwiegend in Reparaturmedizin, doch langfristig bauen wir als Ärztliche Genossenschaft auch bei der Präventionsmedizin auf eine Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und deren Versicherten, um die Finanzierung des Gesundheitssystems in Zukunft zu sichern.
Dass gute Präventionsmedizin erlernt sein will, belegt übrigens nicht zuletzt folgendes chinesische Sprichwort: "Um eine Krankheit zu behandeln bedarf es eines großen Arztes, um die Gesundheit zu behalten aber eines wahren Meisters".
Die in Präventionsmedizin zertifizierten Ärztinnen und Ärzte finden Sie unter dem Menüpunkt Zertifikate.
Unsere aktuellen Fortbildungstermine in Präventionsmedizin finden Sie unter dem Menüpunkt Fortbildungen.
Frühere Ausarbeitungen und Programme auf dem Wege zur Präventionsmedizin finden Sie unter dem Menüpunkt Konzepte.